Rückblick

  • Leuna um 1921
  • Bayernring um 1936
  • Haupttorplatz um 1936

Rückblick

In den Jahren von 1917 bis 1927 wurde die Stadt Leuna erbaut. Der Architekt Karl Barth entwarf sie nach dem Gartenstadt-Prinzip. Leuna sollte den zahlreichen Arbeitskräften des Leuna-Werks, dessen Bau 1916 begann, Wohnraum bieten.

Erste Spuren

Die ersten Spuren weisen in die Jungsteinzeit. Der heutige Ortsteil Rössen diente als Namensgeber für die Rössener Kultur. Bei Grabungen am Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Stücke gefunden. Diese Fundstücke belegen eine Besiedlung im Zeitraum um 3.700 vor unserer Zeitrechnung.

Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Stadtteils Ockendorf reicht ins 9. Jahrhundert zurück. Durch Funde römischer Münzen, in hier entdeckten Fürstengräbern, kann jedoch auf Spuren im 3. und 4. Jahrhundert geblickt werden.

Bereits im frühen Mittelalter wurden die Dörfer Leuna und Ockendorf vereinigt. Die im frühen 17. Jahrhundert erbaute Gnadenkirche gilt heute als letzte Erinnerung an das Dorf Leuna.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden die Dörfer, aus denen Leuna gegründet wurde, von den Schweden verwüstet.

Gründung

Die neue Stadt wurde auf dem Gebiet von sechs Dörfern geplant. Diese sind heute noch als Stadtteile wieder zu finden.

Das Kerngebiet der Stadt erstreckt sich zwischen dem namensgebenden Dorf Leuna, Ockendorf, Rössen und Göhlitzsch. Dazu gehören die etwas außerhalb liegenden Teile Daspig und Kröllwitz.

Der kaiserliche Landrat zu Merseburg ordnete die Gründung eines Zweckverbands dieser Dörfer an. Dieser sollte kommunale Probleme beim Bau des Werks lösen. Auch der Landverkauf für den Bau des Werks und der Stadt erfolgten nicht freiwillig.

Der Ausschuss des Zweckverbands setzte sich ursprünglich aus Vertretern der Dörfer zusammen. Da diese jedoch nicht über die nötigen Kenntnisse verfügten, wurden sie durch kaufmännische und juristische Mitarbeiter des Werks unterstützt. Bis 1926 erfolgte vollständige die Verdrängung der Einheimischen aus der Verwaltung des Verbands.

1930 wurde dann der Zweckverband zur Großgemeinde Leuna umgeformt. Erst im November 1945 erhielt Leuna das Stadtrecht.

Stadt Leuna

Nach der Verleihung des Stadtrechts im November 1945, erlebte Leuna zahlreiche weitere Umstrukturierungen. So wurde zum Beispiel 2006 eine Verwaltungsgemeinschaft mit Kötzschau gebildet.

Im Zuge der Gebietsreform in Sachsen-Anhalt wurde die Stadt Leuna schließlich erneut erweitert. Seit dem 1. Januar 2010 gehören die Ortschaften Friedensdorf, Günthersdorf, Horburg-Maßlau, Kötschlitz, Kötzschau, Kreypau, Rodden, Spergau, Zöschen und Zweimen zum Stadtgebiet.

Durch die Eingemeindung hat sich die Fläche des Stadtgebiets auf 87,7 km², auf etwa das Sechsfache, vergrößert. Die Zahl der Bewohner stieg auf etwa 14000 an und verdoppelte sich damit.