Zöschen
Mitglieder des Ortschaftsrates: Schaaf, Richard (Ortsbürgermeister)
Becker, Andreas
Biermann, Michael
Kadar, Maik
Knauth, Rolf
Kuckelt, Annett
Loga, Frank
Oelschläger, Renate
Piller, Christian
Preiß, Dieter
Schaaf, Edda
Reiner Berger
Kathrin Krüger
Einladung zur Sitzung des Ortschaftsrates Zöschen am 01. Juni 2010
Schwarzerde, Salzstraße und sehr viel Leid prägen die Geschichte der Gemeinde.Zöschen liegt an der B 181 zwischen Merseburg und Leipzig und grenzt an das südlich gelegene Landschaftschutzgebiet "Elster - Luppe - Aue". Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am 9. Juni 1269.
Der 1939 eingemeindete Ortsteil Zscherneddel, taucht 1091 als Lehen des Peterskloster in Merseburg in den Urkundenbüchern auf.
Beide Orte bestehen jedoch viel länger, was die altsorbischen Sprachwurzeln beweisen: Zöschen, 1269
Zseseme, bedeutet soviel wie "der in diesem Land Wohnende, der Hiesige ", während Zscherneddel auf die fruchtbare Schwarzerde verweist.
Von 1440 bis 1819 hatte das Adelsgeschlecht von Brandenstein in Zöschen seinen Sitz. In der Geschichte des Stiftes Merseburg, besonders in der Herzogszeit, spielte diese Familie eine bedeutende Rolle. Am 30. Dezember 1833 wurde die einzige Tochter, die am 15. Juli 1813 geborene Luise Friederike Dieck, Opfer einer tragischen Liebe. Der Verwalter des väterlichen Gutes, Louis Staufer, erschoss sie, scheiterte aber beim anschließenden Selbstmord. Im Zuchthaus schrieb der aus der französischsprachigen Schweiz stammende Staufer das Gedicht "Geduldig trag ich alle Leiden", welches später vertont und zum Volkslied wurde.
Am 30. Dezember 1999 wurde am historischen Ort des Oberhofes eine Erinnerungstafel angebracht, um diese heimatgeschichtliche Perle zu bewahren. Da Zöschen, früher auch als "Städtlein" und "Flecken" im zugehörigen Amt Schkeuditz vermerkt, an der Kreuzung der alten Handelsstraße von Merseburg nach Leipzig und der später aufgegebenen Straße von Halle über Lützen nach Zwickau lag, wirkte sich dies bei Kriegen nachteilig aus. Im 30jährigen Krieg wurde im Amt Schkeuditz festgehalten: "Marktflecken Zöschen ist abgebrannt bis ungefähr 6 Häuser, liegt meistenteils über Winter wüste ... und wohnen wenig Leute mehr da." (1641).
Zöschen galt als Durchmarsch zur Völkerschlacht bei Leipzig und zeitweise als Quartier für französische, sächsische, preußische, russische und schwedische Soldaten.
Elektrizität gibt es bereits seit 1913. Anfang der 20iger Jahre entstand die Bahnlinie Merseburg - Leuna - Leipzig, die mittlerweile stillgelegt ist. Das dunkelste Kapitel Zöschener Geschichte bildet das sogenannte "Dritte Reich".
Im August 1944 wurde in Zöschen ein Zwangsarbeiterlager unweit der Windmühle errichtet. Die Gefangenen, in der Mehrzahl Holländer, fuhren jeden Tag im Viehwagen nach Leuna, um dort Bombenschäden zu beseitigen. Bis zum 14. April 1945 dauerten die Leiden, bevor die US Armee die Gefangen und Zöschen vom Hitlerfaschismus befreite. Etwa 500 überlebten die Qualen nicht, an sie erinnert ein Gedenkstein in der Aue. Jedes Jahr gedenken viele Einwohner der Opfer des Faschismus und seit 1990 auch einige holländische Häftlinge. Vor allem Herr Otto Hofmann und seine Tochter Edda Schaaf sind für die freundschaftliche Verbindung Zöschens mit den ehemaligen Opfern verantwortlich. Die Geschichte ist dem Buch "Der Tod ist ein täglicher Gast" von Martin Papst, erschienen 1998 im Verlag Doris Mandel, Halle /S., aufgearbeitet. Bereits 1954 wurde in Zöschen eine LPG gegründet. Aus der ehemaligen MAS (Maschinenausleihstation) wurde später ein Betriebsteil des VEB " Melorationstechnik" Ammendorf, der die gesamte Landwirtschaft der DDR mit Beregnungsanlagen belieferte. Nach 1990 entstand daraus die ZÖMA, ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung und Reparatur von Hydrauliksystemen spezialisierte.
Touristische Empfehlungen
Durch die Gemeinde führt der Radweg "alte Salzstraße", der über 25 km von Merseburg (Saaleradweg) bis zur A 9 und von der Landesgrenze zu Sachsen bis nach Leipzig geht.
Für den aufmerksamen Naturfreund gibt es viel zu entdecken: Graureiher aus der Kolonie Kollenbey, Weißstörche, Kormorrane, Rehwild, Nutrias in der Luppe, Sumpfdotterblumen und Maiglöckchen u.a.
Kulturelle Höhepunkte
„das Kuchenessen“ (ein seit Jahrhunderten stattfindendes Heimat und Volksfest) 14 Tage nach Pfingsten
Öffentliche und soziale Einrichtungen
- Sekundarschule Bertholt Brecht; Eichsfeld 10, 06237 Leuna OT Zöschen
- Kindertagesstätte; Eichsfeld 11, 06237 Leuna OT Zöschen
Vereine/Verbände
- Sportverein 1912 (Herr Preiß)
- Angelsportverein (Herr Schäfer)
- Rassegeflügelzuchtverein (Herr Pohl)
- Heimat- und Geschichtsverein (Herr Schaaf)
- Blaskapelle „Edelweiß“ (Herr Hofmann)
- Seniorenverein (Frau Bühligen)
- Junge Aquarianer (Herr Schulze)
- Feuerwehrförderverein (Herr Piller)
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