Wort zum Monat

Auf in den Frühling, auf in die langen Tage des Jahres. Herrlich dieses Blühen. Toll dieser jährlich neue Aufbruch der Natur nach Herbst und Winter. Manchmal stehe ich staunend davor und frage mich: Warum? Warum all diese Schönheit für uns? Sicher sagen manche: Alles eine Frage der Evolution. Klar, stimme ich zu. Aber das da ein Gott ist, der alles ins Leben rief, das füge ich, angesichts des künstlerischen Bildes, welches die Natur uns in diesen Tagen zeigt, dankbar hinzu.

Lothar Zenetti erzählt in einem Gedicht:
Am Ende die Rechnung
„Einmal wird uns gewiss
die Rechnung präsentiert
für den Sonnenschein
und das Rauschen der Blätter
die sanften Maiglöckchen
und die dunklen Tannen,
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras
und die Schmetterlinge,
für die Luft, die wir
geatmet haben, und den
Blick auf die Stern
Und für alle Tage,
die Abende und die Nächte.
Einmal wird es Zeit,
dass wir aufbrechen und bezahlen;
bitte die Rechnung.
Doch wir haben sie
ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht,
so weit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!“

(in Engelhardt, M.: Gebete, Rauhes Haus Hamburg, 2011, S. 18f.)

 


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