Mehrzweckgebäude für die Feuerwehr, Bauhof und Rettungswache in Leuna, Ortsteil Günthersdorf /Kötschlitz eingeweiht.
Nun ist ein lange geplantes, kommunales Bauvorhaben endlich unter der Regie der Stadt Leuna zum erfolgreichen Abschluss gebracht worden. Für die Bausumme von etwa 3,4 Millionen Euro wurde ein Zweckbau errichtet, der jetzt zur Nutzung für die vereinigte Freiwillige Feuerwehr Günthersdorf/Kötschlitz, dem Bauhof der Stadt Leuna und eines Standortes der Rettungsambulanz, bereit steht.
Zahlreiche Gäste waren zur Abendveranstaltung am Samstag dem 26. März im Sportlerheim erschienen, darunter auch eine Delegation Feuerwehrkameraden aus der Partnerstadt Jaraczewo. Ortsbürgermeister Stolle begrüßte herzlich die Bürgermeisterin der Stadt Leuna, Frau Dr. Dietlind Hagenau, den wiedergewählten Landtagsabgeordneten Herrn Frank Bommersbach (CDU), einige Ortsbürgermeister und Stadträte der Stadt Leuna, den Brandschutzabschnittleiter Kamerad Robby Stock, den Stadtwehrleiter Kamerad Matthias Forst und natürlich die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Günthersdorf/Kötschlitz.
Die Grußworte waren sehr freundlich, und Ortswehrleiter Kamerad Franke konnte sich gleich über 2 schöne Glocken aus Messing für das neue Haus freuen.
Höhepunkt war aber, das jedem Vertreter, des von mehreren Einrichtungen genutzten Gebäudes, durch Fr. Dr. Hagenau der symbolische Schlüssel überreicht wurde.
Am Sonntag konnten sich die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Ortschaften anlässlich eines „Tages der offenen Tür“ ausführlich informieren. Vormittags wurde feierlich das Band durchschnitten, und in einer Festandacht durch Herrn Pfarrer Richter wurde Fürbitte für die Nutzer des Gebäudes gehalten, damit diese von den Aufgaben und Einsätzen wohlbehalten und gesund wieder kommen.
Kamerad Robby Stock nannte die Übergabe des Gebäudes an die Freiwillige Feuerwehr ein historisches Ereignis, denn gleichzeitig wurden den Kameraden noch zwei nagelneue Einsatzfahrzeuge übergeben. Er wünscht, dass von dieser Feuerwehr eine Signalwirkung ausgeht, denn jetzt sind einerseits die Einsatzmittel und die dafür notwendigen Fahrzeuge und Geräte in sehr guter Qualität bereitgestellt, und die Kameradinnen und Kameraden haben in dem Gebäude ideale Dienstbedingungen. Anderseits sind jetzt aber auch alle Mitglieder aller Abteilungen der Feuerwehr gefordert, in einer fruchtbaren und von gegenseitigem Respekt getragenen Atmosphäre zu einem leistungsfähigen Team zu finden. Stadtwehrleiter Kamerad Forst verwies auf die dazu notwendige Kommunikation untereinander mit den Worten hin, „sage was du tust, und tue was du sagst“.
Kamerad Michael Jahn vom Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Saalekreis überbrachte herzliche Glückwünsche und einen Ehrenteller.
Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, um sich das Gebäude und die Fahrzeuge anzusehen. Großes Interesse fand auch, wie die Kameraden der Nachbahrfeuerwehr Bad Dürrenberg eine Höhenrettungsübung mit dem Hubsteiger durchführten, und anschließend sogar der Notarzt per Rettungshubschrauber landete.
An der Spitze der Ortsfeuerwehr Günthersdorf-Kötschlitz steht der Ortswehrleiter Steffen Franke.
Die Ortsfeuerwehr Günthersdorf-Kötschlitz gliedert sich in die aktive Abteilung, die Altersabteilung, die Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr.
Zur aktiven Abteilung gehören 22 Männer und 3 Frauen. Jedes aktive Mitglied hat alle erforderlichen Grundausbildungen in der Feuerwehr absolviert. Darüber hinaus haben sich Mitglieder der Ortsfeuerwehr Günthersdorf-Kötschlitz für spezielle Aufgaben weitergebildet. Um ihren Aufgaben gerecht zu werden, besitzt die Wehr 2 Verbandsführer, 3 Zugführer, 6 Gruppenführer, 13 Atemschutzgeräteträger und 10 Maschinisten.
In der Altersabteilung sind 17 Männer und 7 Frauen organisiert. Zur Jugendfeuerwehr zählen 4 Jungen und 1 Mädchen. Bei den Jüngsten, der Kinderfeuerwehr, machen 10 Jungen und 5 Mädchen mit.
Im Jahr hat die Ortsfeuerwehr Günthersdorf-Kötschlitz ca. 25 bis 30 Einsätze.
Die meisten Einsätze sind technische Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen.
Die Ortsfeuerwehr ist mit folgenden Fahrzeugen ausgerüstet:
1 ELW – einem Einsatzleitwagen
Das ist der Mercedes Vito. Zur Besatzung gehören 5 Kameraden. Er dient hauptsächlich zum Personentransport und wird beim Einsatz als zentrale Stelle zur Koordinierung genutzt. Im speziellen Fall hier, dient er noch zum Transport eines Beleuchtungssatzes mit zugehörigem Stromaggregat.
1 MTW – einem Mannschaftstransportwagen
Das ist der VW T5. Die Besatzung besteht aus 8 Einsatzkräften. Dieses Fahrzeug dient ausschließlich zum Transport von Personal.
1 Boot
Dieses Boot ist ausgestattet mit einem 50 PS Viertaktmotor, Beleuchtungsbalken und einem Echolot. Es dient zur Menschenrettung und Gefahrenabwehr auf Gewässern und kann bis zu 8 Personen aufnehmen.
Das LF 20/16 – Löschfahrzeug 20/16
Das LF ist ein Löschgruppenfahrzeug hat eine Besatzung von 9 Kameraden, wobei man die Besatzung mit 1 / 8 angibt. Das bedeutet 1 Gruppenführer und 8 Einsatzkräfte von denen der Fahrer der Maschinist des Fahrzeuges ist und im späteren Einsatz die Feuerlöschkreiselpumpe bedient.
Das Fahrgestell ist ein MAN TGM mit normalem Radstand und Allrad.
Ich sagte LF 20/16 - Die erste Zahl, die 20, gibt die Leistung der Feuerlöschkreiselpumpe in 100 Litern Wasser pro Minute bei 10 bar an. Ein LF 20 kann also mindestens 2000 Liter Wasser pro Minute bei 10 bar fördern.
Die zweite Zahl, die 16, gibt den minimal nutzbaren Inhalt des Löschwasserbehälters in 100 Litern an. Ein LF 20/16 besitzt einen Löschwassertank von mindestens 1.600 Litern bis maximal 2.400 Litern. Dieses Fahrzeug besitzt einen Tank mit Maximalvolumen, also 2.400 Liter Wasser.
Standardmäßig ist es mit 200 Liter Schaummittel ausgerüstet, welches per Knopfdruck über den Druckschaum-Zumischer zusammen mit dem Wasser den Schaum erzeugt. Die genaue Schaummenge hängt noch von weiteren Details ab, wie z.B. welches Schaumstrahlrohr kommt zum Einsatz, welche Wurfweiten sollen erreicht werden. Doch das würde heute zu weit führen.
Neben der Standardbeladung wie zum Beispiel Feuerwehrschläuche, Leitern, Atemschutzgeräte usw. besitzt das Fahrzeug noch einige Besonderheiten. Es ist ausgestattet mit einer LED-Rundumbeleuchtung, mit einer Wärmebildkamera, mit deren Hilfe man zum Beispiel Glutnester hinter Haus- und Wohnungsverkleidungen feststellen kann. Weiterhin ist das Fahrzeug mit Schneider-Spreizer für Verkehrsunfälle, einer Säbelsäge, Sprungretter und einem automatischen Lichtmast mit Xenon Licht ausgerüstet.
Das Fahrzeug hat ein Gesamtgewicht von 14,5 Tonnen.
Das zweite neue Fahrzeug ist:
Das HLF 20/16 - Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16
Wie das LF ist das HLF auch ein Löschgruppenfahrzeug und hat eine Besatzung von 9 Kameraden, wobei man die Besatzung mit 1 / 8 angibt.
Das Fahrgestell ist ein MAN TGM mit langem Radstand und Allrad.
Wie zuvor beim LF 20/16 haben beim HLF 20/16 die Zahlen die gleiche Bedeutung. Die erste Zahl, die 20, gibt die Leistung der Feuerlöschkreiselpumpe in 100 Litern Wasser pro Minute bei 10 bar an. Ein HLF 20 kann also mindestens 2000 Liter Wasser pro Minute bei 10 bar fördern.
Die zweite Zahl, die 16, gibt den minimal nutzbaren Inhalt des Löschwasserbehälters in 100 Litern an. Ein LF 20/16 besitzt einen Löschwassertank von mindestens 1.600 Litern bis maximal 2.400 Litern. Dieses Fahrzeug besitzt einen Tank mit einem Volumen von 2.000 Liter Wasser.
Das Fahrzeug ist mit 130 Litern Schaummittel bestückt, so dass man über den Turbo Zumischer mit dem sich an Bord befindlichen Wasser zusammen den Schaum erzeugen kann. Auch hier hängt die genaue Menge von weiteren Faktoren ab.
Aber eines ist sicher, mit dem Schaum beider Fahrzeuge kann die Ortswehr Günthersdorf-Kötschlitz zur Schaumparty einladen.
Auch dieses Fahrzeug besitzt eine LED Rundumbeleuchtung. Weiterhin ist es mit einer Rotzler Winde ausgestattet.
Zur Ausstattung dieses Fahrzeuges gehören der Hebekissensatz, der große Schneider-Spreizer, der Greifzug, Stromerzeuger, Bohrmaschine, Säbelsäge, der Gerätesatz Absturzsicherung und vieles mehr.
Zu den Highlights des HLF zählen sicherlich das Gasmessgerät, die CSA – Anzüge, ein Defibrillator, die Rettungssäge und der Plasmaschneider.
Auch das HLF hat ein genormtes Gesamtgewicht von 14,5 Tonnen.
Martin Pochert
Kreisfeuerwehrverband Saalekreis
Text/Fotos: M. Pochert
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