Horburg-Maßlau
Mitglieder des Ortschaftsrates: Seifert, Jürgen (Ortsbürgermeister)
Bazant, Thomas
Hosenthien, Henning
Kramer, Frank
Orth, Barbara
Piotrowsky, Lothar
Rohland, Günter
Sitte, Uwe
Beyer, Rene
Jahrhunderte unter den Augen der weinenden Madonna von Horbug. Nach alten Überlieferungen, welche nicht bewiesen sind, soll „die Horburg“ im Jahre 933 das erste Mal urkundlich erwähnt worden sein. Erbaut wahrscheinlich von König Heinrich, der sie im Kriegsfalle als Fliehburg oder Fluchtburg nutzte.
So berichtet der Schreiber eines Schriftstückes aus dem Jahre 1671. Damit dürfte Horburg zu den ältesten Gemeinden im Kreis Merseburg zählen.Der Name Horburg stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie „Burg am Sumpf“. Die Horburger Burg (die Horburg) z. Zt. der Slaven eine Fliehburg lag an solch einem Sumpf bzw. Gewässer, der Wenden ureigenes Element, der Luppe. Ihre Anlage befindet sich in einem Garten, dicht östlich der Mühle. In ihr wurden neben 12 graublauen Scherben des 13. Jahrhunderts Ziegelbrocken gefunden, die schon auf festere Häuser oder ausgemauerten Fachwerkturm schließen lassen.
Die Gemeinde Horburg-Maßlau umfasst eine Gesamtfläche von 324 Hektar und ist reizvoll in der Elster-Luppe-Aue sowie an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen gelegen. Im Norden grenzt die Luppe. Auf der anderen Seite der Luppe liegt das kleine Dorf Maßlau. Dieser Ort kann als ehemaliges Fischerdorf bezeichnet werden. In der Luppe war einst ein großer Fischbestand vorhanden.
Touristische Empfehlungen
Rad- und Wanderfreunde können das reizvoll gelegene Horburg auf dem Gose Wanderweg sowie dem Ökumenischen Pilgerweg „Jacobsweg“ entdecken.
Das schon von weiten sichtbare Wahrzeichen von Horburg ist die evangelische Kirche. Sie hat eine lange Geschichte. Der Kirchturm romanischen Ursprungs kann nur vom Kirchenschiff aus betreten werden. Wenn auch keine Urkunde über das Baujahr des Turmes vorhanden ist, so lässt die doch vorhandene Bronzeglocke mit dem Ton „c“ aus dem 13. Jahrhundert vermuten, dass der Kirchturm und Glocke gleichen alters sind. Als sicheres Bau- oder Renovierungsjahr des Turmes dürfte das Jahr 1516 gelten. Diese Jahreszahl befindet sich auf einem Stein auf der Südseite und auf der neuen, vergoldeten Wetterfahne auf dem Kirchturm.Im Inneren des Kirchenschiffes befinden sich etliche bedeutende sakrale Kunstwerke sowie ein Altar.
In der Pfarrkirche befindet sich die „Horburger Madonna“. Die äußerst qualitätvolle Bildhauerarbeit gehört in einen stilistischen Zusammenhang zur Werkstatt des Naumburger Meisters und entstand um 1250/60. Sie ist vermutlich aufgrund von Beziehungen, welche die Herren von Horburg zum Zisterzienserkloster Pforte unterhielten, in die Kirche gelangt. Das Sandsteinmaterial bewirkte in den Herbstmonaten einen Feuchtigkeitsaustritt. Dies führte zu der Vorstellung, dass die Madonna weine.
Verbunden mit einem seit 1277 belegten Landund Rügegericht entwickelte sich am Fest Mariä Geburt (8. September) eine Wallfahrt zur Madonna, die auch nach Einführung der Reformation noch unternommen wurde. 1578 beklagte sich sogar der evangelische Pfarrer darüber, dass in jenem Jahr das Tränenwunder ausgeblieben sei. Im 17. Jahrhundert bereitete einer seiner Nachfolger dem Zulauf der Gläubigen ein jähes Ende, indem er die Statue zerschlagen ließ.
1930 konnten Restauratoren die in der Altarmensa vermauerten Fragmente bergen und wieder zusammenfügen.
Bereits im 20. Jahrhundert ist in katholischen Gemeinden aus Leipzig, Merseburg und Leuna der Brauch, zur Horburger Madonna zu gehen, wieder aufgegriffen worden.
Am 7. September 2003 - dem Vorabend des Festes Mariä Geburt, tat dies auch eine Gruppe der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft e.V. Sie war tags zuvor zur Gründung eines Regionalverbandes in der Kath. Propsteikirche Leipzig zusammengekommen.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehört neben der schon genannten Kirche, die sich an der Luppe befindende Wassermühle (Turbinenmühle) aus dem 19. Jahrhundert. Bis vor 20 Jahren war selbige noch in Betrieb.
Kulturelle Höhepunkte
- Horburger Zwiebelmarkt / September
Vereine/Verbände
- Heimatverein
- Freiwillige Feuerwehr
- Kegelverein der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG)
Internet: www.horburg-masslau.de
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