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Der Einbetonierte in der Leunaer Saalebrücke

Als nach dem I. Weltkrieg der Bau der Bahnlinie von Leuna über Zöschen nach Leipzig wieder aufgenommen wurde, musste man auf dem rechten Saaleufer eine Flutbrücke errichten, die aus Beton geschüttet wurde.
Die Pfeiler waren schon betoniert und die Bogen eingeschalt. Da stolperte eines Abends, die Nächte waren bereits empfindlich kühl, ein Betrunkener über die Baustelle und fiel auf einen halbgeschütteten Bogen. Der abbindende Beton entwickelte eine angenehme Wärme, so dass der Trunkene sich auf ihm ausstreckte und einschlief.
Früh bei Arbeitsbeginn war er noch nicht munter, ward auch nicht von den Arbeitern bemerkt und mit einer Betonmischung überschüttet. Da wurde er zwar munter, konnte sich aber aus der zähen Masse nicht mehr befreien. Sein Rufen und Schreien wurde von dem Lärmen der Mischmaschinen und dem Rollen der Transportloren übertönt, so dass bald nichts mehr von ihm zu sehen war. Erst beim Ausschalen entdeckte man die Hand des Toten am Bogenäußeren.