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Ein Feldlazarett für den Kirchentag

Dienstag, 13. Juni 2017
  • Der Behandlungsplatz 50 auf den Elbwiesen. (Foto: M. Heller)

  • Der Behandlungsplatz 50 auf den Elbwiesen. (Foto: M. Heller)
  • Die komplette Mannschaft aus dem Saalekreis. (Foto: M. Heller)

  • Die komplette Mannschaft aus dem Saalekreis. (Foto: M. Heller)

Katastrophenschutzeinheiten aus dem Saalekreis im Einsatz beim Kirchentag zum Lutherjubiläum in Wittenberg

500 Jahre Martin Luther, das musste natürlich gebührend gefeiert werden. So feierte die Lutherstadt Wittenberg vom 24.-28. Mai 2017 gemeinsam mit Berlin und Leipzig den 36. Evangelischen Kirchentag. Über 100.000 Gäste erwartete die Stadt Wittenberg an diesem Wochenende. In Zeiten von Terror und Amokläufen stellte sich bei solchen Besucherzahlen die Frage “Wie können wir dafür Sorge tragen, dass unsere Gäste auch sicher feiern können?”

Neben einer riesigen Polizeipräsenz musste dabei natürlich auch bedacht werden, was passiert, wenn doch etwas passiert. Bei größeren Schadenslagen mit einer hohen Anzahl an Verletzten kommt der Rettungsdienst eines Landkreises schnell an seine Grenzen. Deshalb ersuchte der Landkreis Wittenberg Landkreise und kreisfreie Städte in Sachsen-Anhalt und Brandenburg um Amtshilfe. Der Saalekreis konnte dieser Bitte entsprechen und entsendete einen Betreuungsfachdienst des Katastrophenschutzes sowie einen Behandlungsplatz 50 (BHP 50). Ein Behandlungsplatz ist ein vollständig unabhängig arbeitendes Lazarett. Er hat die nötigen materiellen und personellen Voraussetzungen, um innerhalb einer Stunde 50 Verletzte registrieren und medizinisch versorgen zu können, bis deren Transport in ein geeignetes Krankenhaus realisiert werden kann.

Dazu gehören Transport und Aufbau des benötigten Materials (unter anderem beheizbare und beleuchtete Zelte mit eigener Stromversorgung), aber eben auch der Betrieb mit Ärzten und medizinisch ausgebildeten Personal.

So trafen sich am Nachmittag des 27.05.2017 die Feuerwehr Leuna und die Katastrophenschutzhelfer des ASB RV Halle-Bitterfeld e.V., DRK KV Merseburg-Querfurt e.V., des DRK KV Halle-Saalkreis-Mansfelder Land e.V., DLRG Halle-Saalekreis e.V. sowie der DLRG OG Leuna-Merseburg e.V. Eine Kolonne von insgesamt 23 Fahrzeugen setzte sich gegen 15:00 Uhr Richtung Wittenberg in Bewegung.

Auf dem zugeordneten Bereitstellungsraum am Rande der Stadt Wittenberg nutzten die Einheiten die ruhigeren Stunden des Festwochenendes für Fortbildungen und zum Informationsaustausch. Unter anderem wurde das momentan sehr aktuelle Thema “Einsatz nach einem Anschlag bzw. in besonderen Einsatzlagen” ausführlich geschult und aktuelle Handlungsempfehlungen besprochen.

Am Sonntagnachmittag gegen 13:15 Uhr kam von der zuständigen Einsatzleitung für den Bereitstellungsraum dann der Einsatzbefehl “Einsatzbereitschaft herstellen”.

Auf einem Feld auf dem über 40 Hektar großen Festivalgelände des Kirchentages klagten bei Temperaturen von über 30°C und kaum Schatten viele Personen über gesundheitliche Probleme. In weniger als 10 Minuten war die gesamte Kolonne einsatzbereit und setzte sich mit Blaulicht und Martinshorn zur Einsatzstelle in Bewegung. Vor Ort wurden dann 3 aufblasbare Zelte aufgebaut, in denen die Patienten gesichtet, registriert und versorgt werden konnten. Die Betreuungseinheiten versorgten Betroffene und Helfer mit Getränken. Die Feuerwehr errichtete eine „Dusche“ zur Abkühlung der übrigen Besucher. Die Einsatzleitung am Behandlungsplatz organisierte den Transport der Patienten in die nahegelegenen Krankenhäuser. Insgesamt mussten 34 Personen mit Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag, Kreislauf- und Atemproblemen versorgt werden. Auch Dank der Hilfe der ehrenamtlichen Helfer des Katastrophenschutzes des Saalekreises konnten alle Besucher gesund und ohne Spätfolgen auf einen heißen aber erfolgreichen Kirchentag in Wittenberg zurückschauen.

Bericht: Birgit Unger / Tim Zmyslony – DRK Sanitätszug Saalekreis